Aufstieg — Anreiz — Auslese: Karriermuster und by Angelika Ernst

By Angelika Ernst

Kulturen finden ihren Ausdruck nicht nur in gesellschaftlichen Normsetzun gen und Werthaltungen, sondern auch in den jeweiligen Strukturen und Funktionen von Organisationen und Institutionen einer Gesellschaft. Aus tauschprozesse auf dem Arbeitsmarkt, das Ausmass der Formalisierung, Stan dardisierung und Spezialisierung von Arbeitsaufgaben, der Zuschnitt von horizontalen und vertikalen Karrieren sind immer auch an Regeln gebunden, die gesellschaftliche Anerkennung finden. Betriebliche Leistungsanforderun gen und Karrierestrukturen enthalten Mitgliedschaftsentwurfe und Erwar tungsmuster, in denen sich gesellschaftsspezifische Wertvorstellungen und Teilnahmeregeln widerspiegeln. Die Bildungs- und Arbeitsstrukturen in Deutschland sorgen noch immer dafur, dass sich die Mitgliedschaftsentwurfe der Ausbildungsabsolventen im Spannungsfeld zwischen Berufszentrismus und Betriebszentrismus eher an der Berufs- als an der Betriebszugehorigkeit orientieren; Karrieren sind we sentlich an den Nachweis beruflicher Kompetenzen und an die Kontinuitat beruflicher Tatigkeiten gebunden. Dagegen leiten japanische Absolventen ihre Identitat wesentlich starker von den Chancen des innerbetrieblichen Sta tuserwerbs ab. Die enge Verknupfung von Statuskarriere und Lernkarriere sichert die organisatorische Effizienz betriebsinterner Selektion und Alloka tion, den Wettbewerbscharakter innerbetrieblicher Aufstiegsprozesse und die Lern- und Arbeitsmotivation der Beschaftigten. Dieser Anreizcharakter der Karrierestrukturen japanischer Unternehmen steht im Mittelpunkt der vorlie genden Studie. Sie fragt nach dem Zusammenhang von Qualifizierung und innerbetrieblichem Aufstieg, der internen Logik betrieblicher Karrieresysteme und der Tragfahigkeit dieser Systeme vor dem Hintergrund veranderter oko nomischer und sozialer Rahmenbedingungen. Angelika Ernst setzt mit dieser Untersuchung ihre bisherigen Forschungs arbeiten zur japanischen Arbeitsmarkt- und Beschaftigungspolitik castle. Vor allem ihre segmentationstheoretischen Analysen des japanischen Arbeits marktes (vgl. Ernst 1986) und ihre Untersuchung zur Beschaftigungsanpas sung japanischer Unternehmen in Rationalisierungs- und Krisenphasen (vg

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Commodore Perry in the Land of the Shogun

In 1853, few eastern humans knew nation referred to as the USA even existed.

for hundreds of years, Japan had remoted itself from the skin international via refusing to exchange with different nations or even refusing to assist shipwrecked sailors, overseas or jap. The country's humans nonetheless lived lower than a feudal approach like that of Europe within the heart a long time. yet every thing started to swap whilst American Commodore Perry and his troops sailed to the Land of the emerging sunlight, bringing with them new technology and know-how, and a brand new lifestyle.

The Cambridge history of Japan

«Кембриджская история» – результат совместных трудов ведущих специалистов по японской истории и культуре. Издание объединило на своих страницах все имеющееся на сегодняшний день знание о Японии. Шесть томов «Истории» охватывают исторический период с eight в. до н. э. по наши дни, освещая практически все аспекты японской культуры: религиозные верования, ритуалы, искусство, архитектуру, народное творчество, политику и экономику.

Tanegashima - The Arrival of Europe in Japan (NIAS Monographs)

The yr 1543 marked the start of a brand new international cognizance in Japan with the arriving of shipwrecked Portuguese retailers on Tanegashima Island in southern Japan. different Portuguese quickly and Japan turned conscious of an international past India. After the retailers got here the 1st missionary Francis Xavier in 1549, starting the Christian century in Japan.

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Skeptiker führten die noch nicht überwundene Regulierung des Finanzsektors an, die übermäßige Gewinne und demzufolge überhöhte Löhne erlaubt habe. Dem hielt die Branche Produktivitätsgt:winne und zugleich einen stark gestiegenen Personal bedarf entgegen, die eine solche Lohnentwicklung nahegelegt und zugleich ermöglicht hätten. Arbeitsmarkt- und Bildungspolitiker diskutieren die dadurch verstärkte Neigung von Absolventen der Ingenieur- und Naturwissenschaften, sich nicht um eine Anstellung in der Industrie, sondern um einen Einstieg in den Finanzsekto~ zu bemühen.

0 2 Der Arbeitsmarkt für Akademiker 51 Der Anteil der "professionals" beträgt bei den jüngeren Akademikern nur etwa ein Viertel, in den Altersgruppen über 50 Jahre ist er höher als ein Drittel. Die Daten ergeben indessen ein anderes Bild, wenn man die Tätigkeitsstrukturen gleicher Altersgruppen im Zeitverlauf vergleicht. In den Kohorten 1 bis 3 ist jeweils die Altersgruppe der Akademiker zwischen 35 und 39 Jahren vertreten. 1977 übten 11 Prozent von diesen Managementtätigkeiten aus, 1982 waren es 9 Prozent und 1987 nur noch 6 Prozent.

Diese Makrodaten sind indessen für eine Diskussion der Karriereperspektiven von Akademikern nur begrenzt aussagefähig. Zusätzlich müssen Informationen zur Differenzierung der Akademikererwerbstätigkeit nach Hochschulart, Fachgebiet, Unternehmen, Wirtschaftszweig, Tätigkeitsfeld und nach dem Einkommen berücksichtigt werden. Das Angebot an Akademikern und ihren Einsatz im Erwerbssystem stellen wir daher im folgenden nach diesen Merkmalen differenziert vor und diskutieren jeweils die Implikationen der hervorstechenden Merkmale und Tendenzen für die Karriereperspektiven.

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